Was Sie über Glasperlen wissen sollten!

Glas begegnet uns in so vielen Alltagsgegenständen, Flaschen, Trinkgläser, Glühbirnen, Brillengläser, Fensterscheiben und vieles mehr, so dass wir uns meist wenig Gedanken über die Herkunft und die Herstellung machen.

Und auch wenn heute Flaschen und Trinkgläser längst maschinell gefertigt werden, ist die Glasperlenkunst ein sehr altes, traditionelles Kunsthandwerk.

Die Geschichte des Glases

Glas ist eigentlich ein Naturprodukt und älter als die Menschheit selbst. Immer dann, wenn durch große Hitze Quarzsand geschmolzen wurde, so zum Beispiel bei einem Blitzeinschlag, entstand auf natürliche Weise Glas. Diese natürlichen Glasvorkommen wurden von den Menschen zur Herstellung von Pfeilspitzen und Messern genutzt. Wann der Mensch genau begann selbst Glas herzustellen ist nicht bekannt, die frühesten Funde stammen aus dem Orient und sind auf etwa 3500 vor Christus datiert.

Im Laufe der Jahrhunderte entwickelten sich die Glasperlen von einem fast unbezahlbaren Luxusgut der Herrscher zu einer begehrten und beliebten Handelsware im 15. Jahrhundert.  Die Herstellung der Glasperlen wurde ständig verbessert und es gab Perlen in allen Größen, verschiedenen Farben und mit Silber verfeinert. In Europa wuchs im 18. Jahrhundert der Bedarf an Glaskunstfenstern, Gefäßen und Perlen derart, dass man nicht mehr auf venezianische Lieferungen angewiesen sein wollte und so gleich ganze Glasbläserfamilien „importierte”.

Auch wenn im Laufe der Zeit die Glasperle als Handelsware von Münzen und Scheinen abgelöst wurde, so ist  die Kunst des  Glasperlenmachens nie ganz in Vergessenheit geraten.

Handgefertigte Glasperlen sind in Glanz und Brillanz nicht vergleichbar mit industriell gefertigter Massenware.

Glasperlenkunst

Handgefertigte Glasperlen werden auch heute noch nach alter Tradition in der offenen Flamme gefertigt.

Flamme

Zur Herstellung von Glasperlen werden Farbglasstäbe in transparenten und opaken Farben verwendet.

Glas

Die berühmtesten Farbgläser stammen immer noch aus Murano, Italien. Doch auch andere Farbglashütten haben schöne Gläser. So verwende ich für meine Perlen nicht nur Muranoglas, sondern auch Gläser aus den USA, Deutschland und Tschechien.

Das Glas wird nun in der Flamme geschmolzen und um einen Edelstahlstab gewickelt, der zuvor mit einem Trennmittel überzogen wurde.

FlammeGlas

FlammeGlaswickeln

Der Edelstahldorn wird fortwährend gedreht, um unter Ausnutzung von Temperatur und Schwerkraft eine schöne runde Form zu erhalten.

FlammePerle

Anschließend wird die Perle dann mit Gestaltungstechniken, anderen Glasfarben oder anderen Materialien, wie z.B. Silber, immer noch in der Flamme drehend dekoriert und gestaltet.

FlammeDekoration

Ist die Perle fertig, muss das Glas in einem Ofen über mehrere Stunden langsam und gleichmäßig abgekühlt werden, andernfalls könnten Spannungen entstehen, die die Perle platzen lassen würden.

Die abgekühlte Perle wird vorsichtig vom Dorn gelöst und der Perlenkanal sorgfältig gereinigt.

Nun kann die Perle zu einem Schmuckstück verarbeitet werden.